Opalfelder in Coober Pedy

Je weiter wir Richtung Coober Pedy kamen, desto mehr Camper waren auf der Strasse. Einmal haben wir sogar einen Radfahrer mit voller Ausrüstung gesehen!

Coober Pedy ist die Metropole der südaustralischen Wüste und weltwichtigste Opalstadt. Dort haben wir zuerst auf dem Opal Inn Campingplatz eingecheckt. Dann wollten wir unsere Gasflasche auffüllen lassen. An der Tankstelle nebenan konnten sie uns nicht helfen, da der Tankwart (Aushilfe?) auch nicht wusste, wie das geht. Also sind wir zur nächsten Tankstelle. Der nette Aussie dort stellte fest, dass wohl nur was in der Leitung saß. Er hat nicht mal Geld genommen.

Danach ging’s dann in den Ort und in einen Opal-Laden, wo wir unsere Super Saver Card von Budget einsetzen konnten (-10%). Die Eigentümerin ist aus Minden, hat ihren Mann im Urlaub vor 15 Jahren kennensgelernt und ist so hier hängengeblieben.

Vorher hatten wir in einem kleinen Imbiss Hot Dogs gekauft. Dort waren zwei Typen, denen man wegen ihres vertrauenserweckenden Äußeren zuhause aus dem Weg gehen würde (Tätowierung, staubige Klamotten, alte Rostlaube, Pitbull-Terrier…). Sie waren aber sehr freundlich und wünschten uns noch guten Appetit. Man sollte also nie vom Äußeren auf den Menschen darunter schließen… Auch der Hund war nett und sonnte sich auf der Veranda.

Nach unserem Opal Einkauf haben wir noch Fotos von einigen unterirdischen Behausungen („dugouts“) gemacht, u.a. einer katholischen Kirche. Das ist wirklich beeindruckend. Die meisten der ca. 3500 Einwohner leben noch so. Es sind aber echte Wohnungen. Coober Pedy selbst ist vor allem staubig und trocken. Die maximale Luftfeuchtigkeit beträgt hier im Juni 40%, im Frühjahr bzw. Sommer teilweise sogar nur 17%. Regentage im Schnitt 2-3 pro Monat. In den Höhlenwohnungen sind sowohl Temperatur (25°C) als auch Luftfeuchtigkeit das ganze Jahr über gleich.

Um die Stadt herum liegen die Opal-Schächte und die aufgeschüttete Erde daraus sieht aus wie überdimensionale Maulwurfshügel. In die Felder zu gehen oder zu fahren ist wegen dieser Schächte, die nicht sehr breit, aber bis zu 20 m tief sind, eher gefährlich.

Im Desert Cave Hotel gibt es einige unterirdische Zimmer und eine ebenfalls unterirdische Bar sowie einen interessanten (auch unterirdischen) Schaugang zum Thema Opale. Der größte je gefundene Opal war ein weißer hier aus Coober Pedy und wiegt 3,5 kg (ca. 17000 Karat). Er wird – ungeschliffen – in Melbourne ausgestellt.

Der Eindruck der unendlichen, menschenleeren Weite hat sich heute noch verstärkt. An einigen Parkplätzen waren wir die einzigen und hörten nichts außer dem Wind und sahen nichts ausser Landschaft und leerem Highway. Die Opalfelder schienen rosa in der aufgehenden Sonne. Schade das man nicht einfach mal selber etwas buddeln kann.

Außerdem haben wir ca. 15 Keilschwanzadler (Wedge-tailed eagles) gesehen und endlich auch mal welche vor die Linse bekommen. Es gab die üblichen, plattgefahrenen Kängurus und eine kleine Kollektion an Papageien/Sittichen/Kakadus.

Die Landschaft wechselte von fast kahl zu „Wald“ (=erstaunlich viele Bäume) und von topfeben zu hügelig. Je weiter wir Richtung Ulura (Ayers Rock) kamen, desto roter wurde die Erde.

Einmal haben mehrere Rinder ein paar 100 m vor uns im Galopp die Strasse überquert. Das ein oder andere lag tot am Straßenrand.

Verkehrsmäßig war richtig viel los, aber jetzt sind mehr Camper und dafür weniger Road Trains zu sehen (zumindest heute).

In Kulgera, einem Roadhouse, haben wir getankt und uns mit zwei monstermässigen Hamburgers The Lot (Fleisch, verschiedenes Gemüse, Speck, Spiegelei – frisch zubereitet!!!) gestärkt. Wegen der Groesse ist das Essen allerdings recht schwierig. Dort einen Road Train mit 3 Anhängern (sind übrigens hier bis zu 50 m lang) geknipst. Nach 403 km haben wir South Australia verlassen und sind ins Northern Territory (’nature territory‘, 158.000 Ew.) eingefahren.

Bei Erldunda haben wir den Stuart Highway verlassen und den Lasseter Highway nach Uluru genommen. Der ist etwas schmaler als der Stuart Hwy. Es gab noch ganze 2 Roadhouses bis Yulara (244 km). Etwa 90 km vorher glaubten wir schon Uluru zu sehen und waren atem- und sprachlos sowie total beeindruckt. Sofort machten wir Bilder. Und stellen etwas später fest, dass wir wie so viele vor uns, reingefallen waren. Es war nicht Uluru sondern der Tafelberg Mount Conner (Atila), ebenfalls sehr schön und beeindruckend, aber nie erwähnt…

Kaum im Resort angekommen und eingecheckt, sind wir auf einen der Lookouts im Resort und haben uns Uluru bei Sonnenuntergang angesehen. Echt schön! (Was denn, ein flauer Kommentar? Wer dieses Schauspiel je erlebt hat, weiß: es gibt keine Worte dafür…)

Das Resort ist riesig, mit mehreren Hotels, Campingplatz, Shopping Center, Tankstelle, Helikopter Landeplatz, Polizei, Feuerwehr, Flying Doctors – also autark. Nur der letzte Teil des Weges zum Campingplatz ist eher schwach beleuchtet bis kohlrabenschwarz bei Nacht!

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Autor: Harrald

Ich bin ein 43 Jahre alter Weltenbummler der im Grunde Zeit seines Lebens nichts anderes gemacht hat als verschiedene Länger zu besuchen und zu erleben. Sei es als Backpacker durch Mexiko oder als normaler Sandalentourist in einem Hotel. So wie es mir möglich ist verbringe ich etwa 6-8 Monate im Jahr in anderen Ländern und lerne neue Menschen kennen. Neben Deutsch und Englisch spreche und versteche ich auch mittlerweile sehr gut Spanisch und Französisch, was ich mir zu 90% während meinen Reisen angeeignet habe. Mittlerweile muss ich allerdings gestehen habe ich auf einer kleinen Insel auf den Philippinen einen festen Reiseort gefunden welchen ich seit knapp 9 Jahren einmal pro Jahr besuche und dann gerne auch 3-4 Monate bleibe.