Reise Erlebnisse im Kakadu National Park

Wir haben uns heute morgen aufgemacht, Kakadu ein bisschen zu erkunden. Wir hatten eigentlich die Teilnahme an einem frühmorgendlichen Bushwalk mit einem Park-Ranger geplant. Der innere Schweinehund, der scheinbar mit näherrückender Zivilisation stärker wird, hat schon nach 30 Sekunden gesiegt. Hinterher haben wir uns dann doch geärgert.

So sind wir denn gemächlich in Gang gekommen und haben uns auf den Weg zum nebenan gelegenen Cultural Center gemacht. War wieder interessant, etwas über Lebensweise und Mentalität der Aborigines zu erfahren.

Dann fuhren wir zum Nourlangie Rock. Dort gibt es zwei Wanderwege, entlang derer man sehr schöne und interessante Felsmalereien der Aboriginals sieht, zudem noch schöne Aussichtspunkte hat. Wir haben uns für den kürzeren Weg entschieden, für den man immerhin auch 45 Minuten braucht. Es gibt einen besonders schönen Ausblick auf den Wohnort des Donnergottes (Name vergessen – schäm!), eine ‚gefährliche heilige Stätte‘ der Aborigines.

Übrigens wurde „Crocodile Dundee“ im Kakadu gedreht, u.a. auch am Nourlangie Rock.

Der Ort Jabiru (1100 Ew.) hat nicht viel zu bieten außer einer kleinen Shopping Plaza und einigen Uranminen. Komisch, und das in einem Nationalpark, der noch dazu World Heritage Area ist. Grund zu Diskussionen zwischen Aborigines und Regierung.

Von dort ging es zurück nach Cooinda, wo wir ca. 30 Minuten vor Beginn der Yellow Water Tour eintrafen. Die war ein SUPER Erlebnis!

Über die Billabongs (Überschwemmungszonen) eines Nebenarms des Alligator River ging es 2 Stunden lang, von 16.30 Uhr bis Sonnuntergang, in einem Alu-Flachbodenboot. Unser Guide, Jason, hat seine Sache sehr gut gemacht, ist ‚fotofreundlich‘ gefahren und hat oft gestoppt, gezeigt und erklärt.

Wir haben zig verschiedene Vögel gesehen, vom kleinen, blau-orangefarbenen Königsfischer über den Jabiru (Australiens einziger Storch, Männchen: schwarze Augen, Weibchen: gelbe Augen, ansonsten nicht zu unterscheiden), bis zum Weißbauchseeadler (White-bellied sea eagle). Ab-so-lut umwerfend! Dazu: Seerosen, Seelilien und wer weiß was noch an Pflanzen.

Und natürlich: Crocs. Genauer gesagt: Salt Water Crocodiles (kurz ‚Salties‘, zu deutsch Leistenkrokodile). Mal im Wasser, einige auf Land, schwimmend, abtauchend, faulenzend. Zwei oder drei waren laut Jason 4-5 m lang. Die Formel: Kopflänge des Salty X 6-7 = Gesamtlänge. Nach letzten Zählungen gab es in diesem Gebiet 107 Salties und ganze 4 Freshwater oder Johnston-Krodokile (letztere wiederum für Menschen ungefährlich). Salties können geschätzte 80 Jahre alt und bis zu 7 Meter lang werden. Das größte je gemessene in Yellow Water hatte ‚nur‘ 5,50 Meter. übrigens gibt es sie in jeder Art Wasser, ob süß oder salzig, Fluss, Billabong, Meer…. Ihre ‚staple diet‘ (Hauptfutter) hier: Fische, vor allem Barramundi. Sehr selten mal ein Vogel, noch seltener mal ein Pferd (es gibt einige Weiden die direkt bis ans Wasser gehen). In der Wet Season legen die Weibchen Eier in ein selbstaufgeschüttetes Nest und bewachen es bis zum Schlüpfen der Jungen – und die Aboriginals entnehmen Eier aus dem Nest ohne das Muttertier dabei zu stören und logischerweise auch nicht zu reizen!!

In der Wet Season ist der Wasserstand um 2,50 m höher als heute, während der Dry Season. Unglaublich, wie die Pflanzen das überleben – zum Teil von Trockenheit zur Unterwasserpflanze!

Wasserbüffel haben wir nicht gesehen, obwohl es mal so viele dort gab, dass das Gebiet versteppt war. Auch Wasserbüffel gehören zu den ‚Eindringlingen‘, die der heimischen Natur sehr schaden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es einige Büffeljäger im Norden, die sie in großen Zahlen abgeschossen haben.

Die Yellow Water Tour kostete uns übrigens AUD 25 pro Person. Ohne Einschränkung empfehlenswert, Prädikat: Muss man gesehen haben.

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Autor: Harrald

Ich bin ein 43 Jahre alter Weltenbummler der im Grunde Zeit seines Lebens nichts anderes gemacht hat als verschiedene Länger zu besuchen und zu erleben. Sei es als Backpacker durch Mexiko oder als normaler Sandalentourist in einem Hotel. So wie es mir möglich ist verbringe ich etwa 6-8 Monate im Jahr in anderen Ländern und lerne neue Menschen kennen. Neben Deutsch und Englisch spreche und versteche ich auch mittlerweile sehr gut Spanisch und Französisch, was ich mir zu 90% während meinen Reisen angeeignet habe. Mittlerweile muss ich allerdings gestehen habe ich auf einer kleinen Insel auf den Philippinen einen festen Reiseort gefunden welchen ich seit knapp 9 Jahren einmal pro Jahr besuche und dann gerne auch 3-4 Monate bleibe.